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O-Jollen

Klassenportrait der Olympiajolle (kurz O-Jolle)

Sie ist eine der aktivsten Klassen im DSV (Deutscher Seglerverband). Regattafelder von über 30 Booten mit über 60 Regattaveranstaltungen pro Jahr alleine in Deutschland, sowie internationale Meisterschaften mit Feldern um die 80-100 Boote sind die Regel. Die Aktiven sind junge oder jung gebliebene Segler zwischen 20 und 70 Jahren, alte Hasen und junge Füchse eben.

Die wachsende Beliebtheit der Klasse liegt in der großen Seglergemeinschaft, die sich nicht nur in sportlichem Ergeiz mißt, sondern auch an Land gerne gemeinsame Aktivitäten unternimmt.

Auch der weniger erfolgreiche Segler findet in der Gruppe seine Anerkennung. Der gemeinsame Blick in das Boot des Spitzenseglers, der Trimmtip für den Neuling in der Klasse oder der sportliche Umgang mit dem Regelverstoß des Konkurrenten sind Beispiele für einen fairen und freundschaftlichen Umgang miteinander. Sponsor gestützte Spitzenteams sind in der O-Jolle Fehlanzeige, was dem unverkrampften Umgang miteinander fördert.

Die heute nicht mehr olympische O-Jolle ist nationale Klasse des DSV und zahlenmäßig eine der größten nationalen Bootsklassen in Deutschland (mit ca. 500 Mitgliedern) mit internationaler Verbreitung in den Niederlanden (mit ca. 200 Mitgliedern), der Schweiz, Österreich, sowie Italien und Tschechien. Außerdem gibt es noch vereinzelte O-Jollen in Polen, Brasilien und anderen Ländern.

O-Jollen-Segler sind Teil einer ausgeprägten internationalen Gemeinschaft. In Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Tschechien und Frankreich gibt es organisierte O-Jollen-Segler. Der Präsident des internationalen Dachverbandes ist traditionsgemäß ein Holländer. Alle Änderungen der Klassenvorschriften werden in diesem Rahmen gemeinsam und einvernehmlich erarbeitet, bevor sie dem DSV zur Genehmigung vorgelegt werden. Diese Gemeinsamkeit in organisatorischen Fragen setzt sich, bei aller sportlichen Konkurrenz, auf der Regattabahn ebenso fort wie im sozialen Umfeld. Und damit verbunden besteht natürlich die Möglichkeit, sich im internationalen Rahmen auf vielen attraktiven Revieren zu messen.

Auch der ambitionierte Kaffeesegler kommt nicht zu kurz. Schön anzuschauen hat die O-Jolle ein rundherum stabiles Deck. Beste Voraussetzung für den Trip mit der Partnerin oder den Kindern um Ausflugsziele anzusteuern.

O-Jollen-Flotte Kalterer See

In Italien besteht nur eine einzige O-Jollen-Flotte, und zwar jene des Kalterer Sees, die aus Mitgliedern des Segelvereins Kalterer See (7 Boote) und des Yachtclub Bozen (2 Boote) zusammengesetzt ist, aber als Klassenvereinigung nicht im nationalen Seglerverband (FIV) eingegliedert ist.

Ihre Tätigkeit erstreckt sich vor allem mit Trainingssegeln, einmal pro Woche am Kalterer See, Teilnahme an den dortigen Regatten mit bis zu 30 - 40 Teilnehmern aus dem In- und Ausland, gelegentlicher Teilnahme im Ausland, an den Alpenseemeisterschaften, sowie an den Europameisterschaften, die auch von der O-Jollen-Flotte periodisch alle 4 bis 5 Jahre organisiert werden, auch hier bis zu 120 Teilnehmern.

Zusätzlich werden auch an Land verschiedene Aktivitäten gepflegt, so z.B. gemeinsame Wanderungen, Ausflüge und Abendessen zur Festigung des Gemeinschaftssinnes und der Kameradschaft.

O Jollen Ausfahrt

Die O-Jolle

wurde als Regattaboot für die Olympischen Spiele 1936 konstruiert und zwar als Einmannboot mit Cat- Takelung. Der Rumpf wird in Rundspantbauweise gebaut. Aufgrund der solide ausgeführten Konstruktion und der sehr guten Segeleigenschaften gibt es noch heute sehr viele alte Boote.

Die Ausrüstung der O-Jolle und die für sie verwendeten Materialien wurden dem Trend der heutigen Zeit angepaßt. Der ehemalige Holz- Bootskörper wird heute fast ausschließlich in Kompositbauweise aus GFK hergestellt. Das Deck wird -wegen der Optik- meist aus Mahagoniholz aufgelegt. Doppelböden haben die Auftriebskörper verdrängt. Nicht nur der Bootskörper veränderte sein Material.

So z.B. bekam die O-Jolle nach und nach ein zeitgemäßes Rigg (Mast und Großbaum). Anfangs aus Holz, wurde das Rigg später aus Aluminium gebaut, was eine wesentlich größere Flexibilität zuließ. Das Vorstag und die Wanten wurden danach verstellbar . Das ehemals starre Rigg wandelte sich so zu einem vielfach verstellbaren Instrument zum Regattasegeln. Es gibt kaum ein Einhandboot mit einem derart verstellbaren Segel. Trotzdem blieben die änderungen so im Rahmen, das noch heute Boote der unterschiedlichen Generationen miteinander segeln.

Rein technisch gesehen ist die Olympiajolle eine Einheitsklasse. Sie hat einen flexiblen Alumast und ist mit komplexen Trimmeinrichtungen ausgestattet. Diese optimal eingesetzt, ist das Boot auch bei Starkwind gut beherrschbar. Das seglerische Geschick spielt im Vergleich zu anderen Klassen eine größere Rolle als die physische Leistungsfähigkeit oder das Gewicht des Steuermannes - und damit ist sie das ideale Boot für den sportlichen, bequemen, großen, kleinen, jungen und älteren Segler.

Durch die Klassenvorschriften werden alle modernen und traditionellen Bauverfahren unterstützt. Am häufigsten werden heute Kunststoffrümpfe mit Holzdeck gebaut. Daneben werden auch formverleimte O-Jollen oder solche in Voll GFK gefertigt. So sind Neubauten für jeden Geldbeutel zu haben. Ein vorgegebenes Mindestgewicht garantiert eine sehr stabile und wertbeständige Bauweise. Nur so ist zu erklären, dass heute auf den Regattabahnen auch 10, 15 Jahre alte oder noch ältere Boote, auch die schönen Vollholzboote um vorderste Plätze mitkämpfen.

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Fotos

Alpen Cup Reschen 1997 Gardasee 2006 Alpen Cup St. Moritzsee 2007 Plon Cup

Bootsmaße

Länge üA:5,00 m
Breite üA:1,66 m
Tiefgang:0,15 / 1,10 m
Masthöhe:6,80 m
Gewicht (segelfertig):ca. 220 kg

Segelfläche

Segelfläche am Wind:11,5 m²

Sonstiges

Takelungsart:Cat
Yardstickzahl:114

Klassenzeichen

Klassenzeichen der O-Jolle

Riss der O-Jolle

Riss der O-Jolle
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Wetter

Anreise

Segelverein Kalterer See
St. Josef am See 14
39052 Kaltern
BZ - Italien
info@svks.it