Bordtagebuch #2
Beginnen wir mit einem Dank: an alle, die am 7. März bei der Wiedereröffnung des Vereins mit den notwendigen Vorbereitungen und Reinigungsarbeiten geholfen haben. Unser Verein lebt vollständig vom ehrenamtlichen Einsatz seiner Mitglieder – umso wertvoller ist jeder einzelne Beitrag.
Die Rückkehr des Windes und der Saisonbeginn am Kalterer See werden von den Blumen angekündigt. Und so setzt auch in diesem Jahr wieder die typische Thermik am Nachmittag ein. Sie hielt mehr oder weniger bis zur Rückkehr unserer Regattagruppe aus Monfalcone an, bereit für die erste Regatta der Saison. Dann jedoch – wie im März nicht ungewöhnlich – stellte eine Kaltfront alles auf den Kopf und brachte einen kräftigen, böigen Nordwind mit sich. Alle Prognosen sagten für das Wochenende unserer ersten Regatta ein Nachlassen voraus, und bis zuletzt schien es auch so. Das traditionelle Buffet, liebevoll von unseren großartigen freiwilligen Helferinnen vorbereitet, fand bei völliger Flaute statt. Glattes Wasser, bis die Sonne hinter dem Berg verschwand.
Dann begann die Regata della Fioritura: starker, kalter Wind und eisiges Wasser. Neben den heimischen Finns und ILCAs nahmen auch zehn O-Jollen aus Deutschland an der Regatta teil.
Am Samstag blieb nur Zeit für eine Wettfahrt vor Einbruch der Dunkelheit. Am Sonntag konnten hingegen alle Klassen die drei vorgesehenen Wettfahrten absolvieren – mit Ausnahme der jungen ILCA-4-Seglerinnen und -Segler, die sich nach einer weiteren Windzunahme für eine vorzeitige Rückkehr entschieden.
Entscheidend war der Einsatz der Sicherungsboote: zahlreiche Kenterungen und sogar einige Masten, die sich am Seegrund verfingen. Doch wie immer gibt es auch unter solchen Bedingungen Gewinner und Platzierte. In der Klasse ILCA 4 gab es ein rein weibliches Podium: Sofia Valerio (Associazione Velica Trentina) gewann vor Katia Bertagnolli und Matilde Farina – alle drei Mitglieder der Regattagruppe, zu der auch der Sieger der ILCA-6-Klasse, Daniele Formaggio, gehört. Simone Bonapace, Flottenkapitän, und Leonardo Marastoni mussten sich einer Serie von ersten Plätzen von Daniele geschlagen geben, dem die intensive Winterarbeit mit der Flotte in Monfalcone sichtlich zugutekam.
Eine Serie von ersten Plätzen gab es auch bei den Finns: Peter Stuffer war selbst bei starkem Wind nicht zu schlagen. Zweiter wurde der Sportdirektor Germano Lucchetta, gefolgt von Sebastian Mazzarol. In der Klasse O-Jolle siegte Otto Holger (WSCS) vor Michael Kohlhoff (TSG 1898) und Ingo Görzig – die einzigen Teilnehmer dieser Klasse, die mindestens drei Wettfahrten beenden konnten.
Im Ziel warteten heißer Tee und warme Duschen auf alle – kein schlechter Start in die Saison. Kaum Zeit zum Durchatmen, denn die Jugendlichen verladen bereits wieder ihre Boote für die nächste Reise. Ab morgen (1. April) sind sie in Malcesine bei einer der wichtigsten Regatten der ILCA-Klasse am Start: dem Easter Meeting. Ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt Flaggen aus aller Welt – Mexiko, Hongkong, Kanada, Kolumbien, Irland, Großbritannien, Schweden, Norwegen, Finnland und viele mehr. Da kommt ein wenig Neid auf – wir wären alle gerne an eurer Stelle.
Guten Wind und bis zum nächsten Bericht!